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Balladen und Film

Kooperation zwischen Studiengang Medieninformatik und der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig

| Prof. Martin Kreyßig

Vor 14 Tagen bereits fand in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« die Premiere einer besonderen musikalischen Veranstaltung statt. Die Gesangklasse von Kammersänger Prof. Roland Schubert brachte 26 Balladen zur Aufführung, begleitet von Heiko Reintzsch am Flügel. Der Konzertsaal der Hochschule in der Grassistrasse war gut gefüllt, die Bühne dunkel gehalten, darauf verteilt bunte Stühle aus allen Stilrichtungen für die Sängerinnen und Sänger. Hier entspannte sich zur Eröffnung ein Streitgespräch rund um die Aktualität und Dringlichkeit von Balladen und die ersten Lieder wurden zu Gehör gebracht.

Die Zusammenstellung der Lieder aus zwei Jahrhunderten reichte von Schubert, Liszt und Loewe zu Brecht, Weill, Weissmann, Eisler, Hugo Wolf und Stephen Sondheim. Politische Lieder, Moritaten und Satiren, Trauerspiele und sagenhafte Schicksale wurden besungen. Mal stockte der Atem vor Grauen, wenn Frauen, Kinder, Männer hingemeuchelt werden, meist muss man schmunzeln, dann wird man politisch wachgerüttelt und alles in allem glänzend unterhalten.

Oberhalb der Bühne hing eine Leinwand auf der Filme präsentiert wurde. Eine Gruppe Studierender und Dozenten des Studiengangs Medieninformatik der Hochschule Harz hatte diese Filme gemacht, die nun synchron zum Gesang eingespielt wurden: Prof. Daniel Ackermann, Eike Haß, Christian Hoffmann, Prof. Martin Kreyßig, Sebastian Roscher, Maria Schülke, Anika Spereiter, Lothar Werthschulte und Marc Wiebach. Stilistisch wurde quer durch alle gestalterischen Möglichkeiten gearbeitet: Realfilm, Fotos, 3D, Found Footage und das zumeist in AfterEffects als Compositings gerendert.

Für die Vorführung standen Prof. Daniel Ackermann und Prof. Martin Kreyßig ein funkelnagelneuer Apple MacPro und das Programm Resolume zur Verfügung. Die VJ-Software Resolume eignet sich besonders gut für solche Live-Acts, die Performance von Hard- und Software lief einwandfrei und vollkommen entspannt. Spannend hingegen wurde es immer dann, wenn Klavier und Gesang direkt auf das Bild spielen und singen mussten, wenn es also um einen besonderen Akzent oder Moment innerhalb der Story geht, die visuell oder umgekehrt akustisch betont werden sollte. Die Proben an zwei Tagen vorher waren ausreichend aber auch notwendig, diese Abläufe zwischen allen Akteuren abzustimmen und auf den Punkt genau einzuüben.

Das Projekt lief insgesamt schon über ein Jahr, erlebte einige Täler und Pausen und wurde doch, in dem alle Beteiligten in Leipzig und Wernigerode noch einmal Vollgas gaben, zu einem wunderschönen Abend mit großer Musik und starken Bildern. Das Publikum applaudierte ausgiebig und jetzt sind wir eingeladen das Konzert im Herbst diesen Jahres in Rheinsberg und in Wernigerode aufzuführen.

Das Programm im Detail:

Franz Liszt: „Gastibelza“

Christian Backhaus

„Streitgespräch“ Text: Dr. Ann-Christine Mecke

Johann Rudolf Zumsteeg: „Una“ aus den Bänkelliedern

Robert Pohlers

Hugo v. Hofmannsthal: „Ballade des äußeren Lebens“

Arvid Fagerfjäll/Frederik Tucker

Franz Schubert: „Die junge Nonne“

Sigrun Saevarsdottir

Franz Schubert: „Der Atlas“

Frederik Tucker

Carl Loewe: „Erlkönig“

Manuel Helmeke

FILM: Lothar Werthschulte

Bertolt Brecht: „Vom ertrunkenen Mädchen“ aus „Das Berliner Requiem“

Andreas Drescher

Franz Schubert: „Erlkönig“

Eva Schuster

FILM: Lothar Werthschulte

Carl Loewe: „Herr Oluf“

Steven Klose

FILM: Anika Spereiter

Carl Loewe: „Der Schatzgräber“

Sebastian Wartig

FILM: Daniel Ackermann

Bertolt Brecht: „O Fallada, die du hangest“

Steven Klose

Stephen Sondheim: „Sweeney Todd“

Theresa Dittmar/Andreas Langsch

FILM: Sebastian Roscher & Christian Hoffmann

Edvard Grieg: „En dröm“

Arvid Fagerfjäll

Sigfús Einarsson: „Gigjan“

Sigrun Saevarsdottir

George Bizet: „Adieux de l´hotesse arabe“

Claire Gascoin

Kurt Tucholsky: „Ballade“

Constanze Büchner/Philipp Jekal

Kurt Weill: „I´m a stranger here myself“

Constanze Büchner

Wilhelm Weismann: „Bei Nacht“

Manuel Helmeke

Robert Schumann: „Belsazar“

Frederik Tucker

FILM: Marc Wiebach, Martin Kreyßig

Carl Loewe: „Edward“

Andreas Drescher

FILM: Martin Kreyßig

Carl Loewe: „Der Nöck“

Sebastian Wartig

FILM: Eike Haß

Hugo Wolf: „Der Feuerreiter“

Philipp Jekal

FILM: Maria Schülke

Hanns Eisler: „Ballade von den Säckeschmeißern“

Constanze Büchner/Claire Gascoin

Hugo Wolf: „Abschied“

Philipp Jekal

FILM: Martin Kreyßig

Robert Schumann: „Schön, ist des Lenzes Fest“

Sigrun Saevarsdottir, Eva Schuster

Claire Gascoin, Constanze Büchner

Robert Pohlers, Sebastian Wartig

Manuel Helmeke, Philipp Jekal

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