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Bonhoeffer-Ausstellung in Friedrichsbrunn eröffnet

| Prof. Eberhard Högerle

Kultusminister Stephan Dorgerloh eröffnete am 31. August anlässlich des 17. Bonhoeffer-Tages in Friedrichsbrunn die Ausstellung „Die Familie Bonhoeffer“ in Friedrichsbrunn.
In seinem Grußwort würdigte er auch die Rolle und Bedeutung des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) und ging auf dessen Beziehung zu dem Ferienort ein. Dietrich und Klaus Bonhoeffer, Hans von Dohnanyi und Rüdiger Schleicher die zu früh gestorben sind, weil sie sich der nationalsozialistischen Ideologie widersetzten und daraufhin arbeiteten, dass Deutschland wieder demokratisch regiert wird. Das Haus im Harz war mehr als 30 Jahre lang Feriendomizil der Familie.

„Über ein Jahr gemeinsame Arbeit liegt hinter uns. Ich freuen mich, Ihnen unsere gemeinsame Ausstellung im ehemaligen Ferienhaus der Familie Bonhoeffer zu präsentieren“. Mit diesen Worten  übergab der Prof. Eberhard Högerle am Bonhoeffer-Tag die von einer Projektgruppe des Studiengangs Medieninformatik konzipierte und gestaltete ständigen Ausstellung dem Vereins „Bonhoeffer-Haus Friedrichsbrunn“.
Unterstützt und inhaltlich begleitet wurde die Projektgruppe von Günter Ebbrecht und Ruth Ziemer, die die Textfassungen geschrieben haben, unterstützt durch Korrekturarbeiten und bei wichtigen Entscheidungen von Helene Ebbrecht und Hartmut Bick.
Die neu konzipierte Ausstellung wurde in der Bonhoeffer-Kirche von Julia Wessle und Lukas Siegmon, zwei Mitglieder des 5-köpfigen Projektteams präsentiert. Sie stellten die einzelnen Phasen unserer Arbeit vor – von der Konzeption der Ausstellung zum einheitlichen Erscheinungsbild, vom neuen Corporate Design, den Ausstellungstafeln bis zu den handwerklichen Arbeitsgebieten von Bildergalerie, Idee zum Familienquartett und Bau der acht Dioramen, der Ziege und den Wäschestücken mit aufgedruckten Texten im Garten des Hauses.
Im Anschluss konnten die Gäste und Besucher in dem nahe gelegenen ehemaligen Ferienhaus der Familie Bonhoeffer das Ergebnis unserer Arbeit – die zwei Ausstellungsräume besichtigen.

In seiner Rede in der Bonhoeffer-Kirche erläuterte Christoph Hackbeil, Regionalbischof des Propstsprengels Stendal-Magdeburg, wie es zu der Idee der Ausstellungsräume, zur Finanzierung der Ausstellung und zur Zusammenarbeit mit der Hochschule Harz und dem Studiengang Medieninformatik kam. Ruth Ziemer und Günter Ebbrecht moderierten diese Feier, vermittelten lebendige Eindrücke vom Leben der Familie Bonhoeffer in Ferienhaus der Friedrichsbrunn. Er konnte an diesem Tag als Gäste auch zwei Enkel von Karl und Paula Bonhoeffer begrüßen. Friedrich Bonhoeffer mit Schwester Katharina Schmidt  kennen das Ferienhaus in Friedrichsbrunn noch aus eigener Erfahrung. Sie beide haben in dem Haus ihres Großvaters, Karl Bonhoeffer, zwei Jahre am Ende des 2.Weltkrieges verbracht.
Als Gäste anwesend waren auch Gerhard Miesterfeldt, Vizepräsident des Landtages und der Rektor der Hochschule Harz, Prof. Dr. Armin Willingmann.

Aus der Sicht des betreuenden Professors gab E. Högerle einen kurzen Einblick in die getane Arbeit:
Was haben die 5 Studierenden Projektmitglieder geleistet:
Beim Gespräch mit unseren „Kunden“:

– vor allem Zuhören können;
– sich in das Leben und Wirken der Familie Bonhoeffer über mehrere Generationen einzuarbeiten;
– die Erwartungen und Bedürfnisse des Bonhoeffer-Vereins zu berücksichtigen (vor allem bei der neuen Website, die vor einigenTagen online ging: www.bonhoeffer-haus-friedrichsbrunn.de
– das Bildmaterial sichten (und das waren wirklich viele Bilder-Alben) und nach ihrer Verwendbarkeit für Druck zu sortieren und sich in die wichtigen Quellen einzulesen.

Eröffnung in der Bonhoeffer-Kirche, Ruth Ziemer und Dr. Günther Ebbrecht

Die Studierenden haben bei dem Projekt folgendes gelernt:
– die Ansprüche für solch eine Ausstellung zu definieren:
interaktiv soll sie sein, d.h. die Besucher sollen nicht nur visuell über die Augen informiert werden, sondern auch mit ihren anderen Sinnen emotional angesprochen und informiert werden durch Hören, Fühlen, und spielerisch animiert werden, in die Ausstellung einzutauchen.
– es soll keine rein Wandablauf-Ausstellung werden. Der Raum sollte aktiv einbezogen werden.
– und aus der Sicht des betreuenden Professors die Forderung erfüllt werden:
„Die Form folgt dem Inhalt“ – aber auch: die Form soll zeitgemäß und ansprechend sein.
Kurz zusammengefasst: Wir wollten mit unseren Partnern gemeinsam ein informative, lebendige und ästhetisch hochwertige Ausstellung schaffen.

Die folgenden Bilder geben einen Eindruck, was im Bonhoeffer-Haus, von den fünf Studierenden, unseren Mitgestaltern und inhaltlichen Beratern gelungen ist.
Das Arbeitsvolumen ging weit über das übliche Maß eines Jahresprojektes im Studiengang Medieninformatik hinaus.
Welche gestalterischen Arbeiten waren notwendig:
– ein neues Erscheinungsbild wurde entwickelt: ein Logo, eine Schriftgestalt – eine einheitliche Bildsprache wurde geschaffen, es galt, Farben festzulegen, die allen Medien und Ausstellungstafeln einen einheitlichen Look geben. Dazu gehört auch die Abstimmung einheitlicher Schriftart, Schriftgrößen, Zeilenabstände, Textbreiten für alle Drucksachen, für die Webseite und die Tafeln festzulegen – einen Gestaltungsraster anzulegen. Es galt auch Fragen zu klären, auf welches Material die gedruckten Fotos und Texte aufgezogen werden sollen: auf Alu Dibond oder auf Plexiglas, als Tapete auf die Wand oder nur auf Klarsichtfolie?
Welches Format bekommt der Flyer, die Wanderkarte, das Beitrittsblatt für Mitglieder, der Bastelbogen für Kinder, die Tafel am Haus und am Zaun etc.?
Wie kommen wir zu kostengünstigen und brillantem Druckergebnissen?
Und immer wieder Korrekturgänge und Textabstimmungen?

Welche Arbeiten waren hier in Friedrichsbrunn im Haus und in der Umgebung notwendig?
Räume ausmessen, Wanderroute auf den Spuren der Bonhoeffer-Kinder herausfinden und eine Wanderkarte entwickeln und illustrieren.
Die Räume renovieren, Malen, Gipsen und nach den Corporate Design-Vorgaben streichen,
Fußleisten anbringen.
Die Zusammenarbeit mit der Digitaldruck- und Messebaufirma Banse und Grohmann war hilfreich. Sie haben die Bilder und Texte ausgedruckt und auf Tafeln kaschiert und später auch an den Wänden der Ausstellungsräume angebracht. Danke für die Geduld, die dort aufgebracht wurde, auf unsere vielen Sonderwünsche einzugehen und gemeinsame Lösungen zu finden.
Für die speziellen Objekte in der Ausstellung wie acht kleine Dioramen zu den Bonhoeffer-Kindern, oder die Bildwand mit den eingelassenen Bilderrahmen und hinterleuchteten Familienfotos war nötig: zu Bohren, Sägen, Lackieren, Sprühen, Fräsen, Schrauben etc. Für die Feinarbeiten u.a. ein Vogelnest durchzusägen, ein Buch schräg abzuschneiden, Puppen zu bauen und zu bemalen, Klaviertasten und die Schnecke einer Violine schräg abzusägen und vieles mehr.
Für die intensive, konstruktive Zusammenarbeit mit unseren theologischen Fachberatern Frau Ziemer, Herr Prof. Dr. Ebbrecht und seine Frau möchten wir uns für die wunderbare Zusammenarbeit bedanken, für die eingebrachte Energie, für ihren Optimismus und Begeisterung und Einsichten für die Einschränkungen an Textmengen, die eine Ausstellungsgestaltung erfordert. Dank an Herrn Bick für die Bewältigung manchen Schocks über die vielen weiteren Ideen, die er für den Verein finanziell verkraften musste.
Lob an die fünf Studierenden für ihr Engagement, Begeisterung und Durchhaltevermögen während des gesamten Jahresprojektes.
Dies alles ist geschafft. Wir laden hiermit alle ein, in Friedrichsbrunn diese Ausstellung im ehemaligen Ferienhaus der Familie Bonhoeffer zu besuchen.

Was bleibt:
Ein kleines abgeschlossenes Ausstellungsprojekt, in dem viel Spielraum für eigene Ideen bestand.
Ein eingeschränkter Finanzrahmen, der trotzdem eine runde vielseitige lebendige Ausstellung ermöglichte.
Eine intensive Zusammenarbeit und Abstimmung mit Kunden.
Die Aussage Karl Bonhoeffers an seine Kinder auch auf die eigene Arbeit anzuwenden: „Das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden zu können“
Ein Projekt, das eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Inhalt notwendig machte.
Eine breites Spektrum von ineinandergreifenden Arbeitsprozessen, mit der Aufgabe, digitale und handwerklich-künstlerische Kleinprojekte zu einem einheitlichen Ausstellungsdesign zu verbinden.
Die Möglichkeit, diese Arbeit für ein interessantes, ästhetisches Portfolio zu nutzen.

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