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Kreativ mit Buchstaben und Fußball

Dipl.-Des. Christopher Jung über einen untypischen Kursabschluss

| Johanna Daher

„Als Aufgabe sollten wir große Buchstaben aus Pappe basteln. Wieso wir darin Fußball spielen? Das wissen wir auch nicht so genau“, meinten einige der Medieninformatik-Studenten schmunzelnd, während sie als F, I oder auch #-Zeichen verkleidet auf dem Rasen neben Haus 9 der Hochschule Harz stehen. Die Antwort darauf liefert Dozent Dipl.-Des. Christopher Jung, der den Kurs „Kreativitätstechniken“ leitet und begeistert als Schiedsrichter am Spielfeldrand seine Bahnen läuft. „Ich habe das mal mit einer Klasse ausprobiert, damals war der Kunstkontext noch stärker gegeben, weil es in einer Galerie stattgefunden hat. Das hat mir sehr gut gefallen“, beginnt er zu erzählen.

Während seines Studiums „Typografie und Buchkunst“ an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig nahm Jung selbst an einer Buchstaben-Regatta teil. Bei ihm sollte es jetzt Fußball sein. „Im Kurs selbst ging es darum, ein Gefühl für die Buchstaben, ihre Rundungen, ihre Gestaltung zu bekommen. Das wird in der Größe und beim eigenen Bauen noch deutlicher. Und es fördert natürlich auch die Kreativität und macht Spaß, wenn ein ‚F‘ zum Beispiel optisch zu einem Krokodil wird.“

Kreativität statt Komfortzone

Aber wieso damit Fußball spielen? „Die Kreativität wird auch gefördert, wenn man sich einfach mal zum Brot macht. Wenn man etwas scheinbar Dummes macht und dadurch aus seiner Komfortzone herauskommen muss“, erzählt der Dozent begeistert. Genauso euphorisch ist auch das etwa 15-köpfige Publikum aus Nicht-Kursteilnehmern, das das gesamte Fußballspiel mit tosendem Applaus verfolgt. Die Noten gibt es natürlich nicht auf die sportliche Leistung, sondern auf die Buchstaben selbst. „Dabei geht es um die Art des Baus, die kreative Umsetzung. Ich weiß, sie haben durch das Fußballspiel etwas gelitten. Das fließt natürlich nicht negativ ein.“

Letztendlich sollte mit der sportiven Aktion auch der Spaß und das Ausklingen des Semesters – ein „Get together“, so Jung – im Vordergrund stehen, das nach dem Fußballspiel beim Grillen seinen Abschluss fand. Trotz allem Vergnügen wurde das kreative Ziel des Lehrenden erreicht: „Ich bin positiv überrascht, wie viel Mühe sich die Studierenden bei der Umsetzung gegeben haben.“ Und im nächsten Semester? „Da biete ich den Kurs auch wieder an. Polo am Ende wäre doch eine lustige Idee“, meint Christopher Jung schmunzelnd und fügt hinzu: „Nein, Spaß, ich werde beim Fußball bleiben.“

Fotos: Jan Arndt und Johanna Daher

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