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LED-Lampen

| Prof. Martin Kreyßig

Zugegeben, wenn man neue Technik anschafft, werden die gestalterischen Resultate besser, so die Hoffnung, meist wird aber gleichzeitig der Herstellungsprozess komplizierter. Nicht weil die Geräte schlechter in der Usability sind, im Gegenteil, aber sie werden komplexer, feiner justierbar und verlangen im technischen Gestaltungsprozess mehr Aufmerksamkeit.

So ähnlich wird es uns mit den zwei neuen Arri-L7-C Hybrid im Studio ergehen. Mittels der neusten LED-Technologie können wir die Lampen (auf dem Stativ oder hängend) von 2.800 Kelvin stufenlos bis 10.000 Kelvin Farbtemperatur verstellen. Das menschliche Auge nimmt Änderungen der Farbtemperatur ab 100 Kelvin wahr, so dass sich mit diesen Lampen wunderbar feine Farbtönungen gestalten lassen. Das ist genial, denn bislang unterschied man Tages- oder Kunstlichtlampen, die sich mittels Konversionsfolien wärmer oder kälter trimmen ließen. Mittels eines weiteren Reglers mischt man die gewünschten Anteile von Grün und Magenta ein. Somit lassen sich diese LED Fresnel Lampen mit einer Leistung von maximal 220 W aussen und innen einsetzen und dabei in der Leistung von 0 bis 100% stufenlos regeln.

Somit lässt sich die Lampe enorm vielseitig eingesetzen, mehr aber muss die Licht setzende Kamerafrau oder Kameramann wissen, denn die hohe Variabilität der Farbtemperatur will genau mit allen anderen natürlichen oder künstlichen Lichtquellen sowie auf den Weissabgleich der Kamera abgestimmt werden, um in der Nachproduktion keine bunten Überraschungen zu erleben.

Dies alles hat natürlich seinen Preis, der an dieser Stelle nicht verraten werden soll. Nur soviel sei gesagt: Jede Lampe wiegt 12,5 Kg. Über diesen sanft drückenden Schmerz entschädigt die erwartete Lebensdauer der LED-Technologie von 50.000 Stunden bei einer zunehmenden Abweichung von maximal 200K hinweg. Ich freue mich sehr darauf mit der neuen Technologie bei uns im Studio der Medieninformatik in Wernigerode arbeiten zu können.

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