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Motivation x 3

| Prof. Martin Kreyßig

In Stuttgart kann man derzeit eine umfangreiche und vielschichtige Ausstellung des jung verunglückten Künstlers Michel Majerus (1965-2002) anschauen. Bunt, grell, laut wie einst die amerikanische Popart, an der er sich vielfach orientierte (Frank Stella, Andy Warhol, Willem de Kooning), greift er die großen Werbebilder der Gegenwart kritisch in einer Art „Samplingmethode“ auf. So entsteht eine ökonomische Ikonographie, eine globale Geographie der Konsumproduktion (die wir lieben, bis sie unmodern werden), die nationale Identität, Vielfalt oder regionale Individualität auszulöschen vermag, aber persönliche und grenzenlose Identität stiftet. Majerus persifliert, karikiert und flirtet mit Marken, Helden, Claims. Illustre Gesten aus schnellen Strichen auf meist großen Bildformaten, „frei und unhierarchisch kombiniert“, die teils in den Raum greifen, dann Skulptur oder Installation werden. Besonders sehenswert bis 9. April 2012.

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