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schön macht

| Prof. Martin Kreyßig

Gestern besprach ich in Gruppensitzungen mit Studierenden insgesamt sechs Projekte. In der BFO Imagefilm mögliche Onair-Designs, graphische Oberflächen und bewegte Bild- und Textobjekte mit AfterEffects animiert.
Am frühen Nachmittag im 30-Minuten-Takt die Konzepte und Entwürfe im Fach MPM (Multimedia-Projektmanagement) des 3. Semesters. Viele spannende Ideen, Ansätze und Vorstellungen, wie die Umsetzung realisiert werden soll. Visualisierungen, die sofort etwas deutlich, sichtbar machen, auf den Punkt bringen und andere Ansätze, die mit Worten umfangreich erklärt werden, also noch weiter von einer initialen, visuellen oder audiovisuellen Wirkung entfernt sind, die keines Kommentars bedarf.

Gestaltung, Design, Kunst sind kreative Schaffensfelder, die viel Zeit und intensive Auseinandersetzung verlangen. Man muss sehr viele Skizzen, Visuals und Moods anfertigen, um sich einer Idee anzunähern. Ideen sind keine individuellen, punktuellen Momente sondern langwierige Prozesse, die sich in vielen Iterationsschritten aus losen Klumpen und vagen Formulierungen herausschälen. Ideen sind bauschige Wolken, aus denen mit intensiver Mühe Gestalt wird, die gleichsam Weg und Ziel sind.

Dafür benötigt man hohe Konzentration, (Un)-Geduld und Ausdauer sowie einen selbstkritischen Apparat.

Die gestalterische Ausbildung im Medieninformatikstudium soll genau diese Fähigkeiten stärken: Die Studierenden dabei unterstützen, einmal, noch einmal und noch drittes Mal anzusetzen, erneut zu versuchen, von vorne überlegen und dann noch einmal. Dabei sind Strenge und Lockerheit ein Paar, die Haltung einem Ziel gegenüber ebenso wichtig, wie die Fähigkeit zur Reflexion, Kritik und Offenheit.

Erst wenn dieser intensive Prozess abgeschlossen ist, liegt ein Ergebnis vor, das für sich selbst spricht, eine Arbeit, deren Energie für den Betrachter und Zuschauer spürbar wird. Eine Intensität, Dichte und Haltung, die überzeugt. Vielleicht eine Arbeit, die von Liebe, Leidenschaft und Herzblut geprägt ist.

KUNST IST SCHÖN, MACHT ABER VIEL ARBEIT.
KARL VALENTIN

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