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Zeichnen: Vom Hobby zur Job-Perspektive

Medien- und Spielekonzeption-Student Marcel Jürß integriert sein Zeichentalent ins Studium

| Johanna Daher

Comic-Illustrationen im Brettspiel, eigene Novellen und die Deko des MINFF-Awards: Marcel Jürß, Student des Masterstudiengangs „Medien- und Spielekonzeption“ (2. Semester), hat im Fächerangebot viele Möglichkeiten seine Passion für das Zeichnen einzubringen. Ein Blick auf das Studium mit seinen Augen zeigt: sein Talent ist an der Hochschule sehr gefragt.

„Meine Oma, bei der ich als Kind häufig war, ist Hobbymalerin. Damals schon war ich fasziniert davon, dass man mit nur einer Linie auf Papier seine Ideen visualisieren kann“, erinnert sich der heute 27-Jährige an seine Zeichenanfänge. Er war etwa sieben Jahre alt, als er begann, Zeichentrickfiguren abzuzeichnen, später dann auch seine Manga-Lieblingscharaktere. „Und diese Faszination habe ich bis heute noch.“

Mittlerweile hat sich Jürß allerdings von der Mangaschiene entfernt und fühlt sich im Bereich der realistischeren Comics zu Hause. Vor allem der US-amerikanische Comic-Zeichner Jim Aparo, von dem unter anderem die Figur des Batman stammt, gehört zu seinen Vorbildern. „Generell lasse ich mich aber von vielen Leuten inspirieren. Dabei kopiere ich ihre Ideen nicht einfach, sondern versuche den Aufbau, die Konstruktionen und Linienführungen bis hin zur Kolorierung zu verstehen.“

Zeichnen feat Stundenplan

Wer Marcel Jürß im Grafik-LAB der Hochschule Harz beobachtet oder ihm im sozialen Netzwerk Instagram (@Juerssm) folgt, spürt, dass das Zeichnen bei ihm einen hohen Stellenwert hat. So sitzt er stundenlang am Grafik-Tablet und zeichnet beispielsweise Illustrationen für das Brettspiel „School Break“, das er gemeinsam mit zwei Kommilitonen für den Master-Kurs „Game Elements“ entwickelt hat. In diesem Sommersemester will er dann für „Game Development“ die Konzeption und Zeichnung für ein digitales Spiel umsetzen.

Bereits in seinem Bachelor Medieninformatik, den Jürß ebenfalls an der Hochschule Harz absolviert hat, konnte er zeichnerisch aktiv werden. „Wir hatten zum Beispiel den Kurs „Illustration“ oder auch das Eigenprojekt. Hier habe ich drei Kurzgeschichten gezeichnet, das Feedback war sehr positiv“, berichtet er. In den Bacherlor-Studiengang ist ein Praktikum integriert, in dem er sich vor allem mit der Interaktion von 2D-Spielfiguren mit der Spieleengine beschäftigte. „Im Master möchte ich jetzt noch 3D stärker vertiefen.“

Zeichentalent weitergeben

Dabei behält Marcel Jürß seine Zeichen-Erfahrung nicht für sich. Innerhalb des Master-Fachs „Wissensmanagement“ leitete er gemeinsam mit Dozent Michael Musal den Kurs „Character Generation“ und bot jeden Mittwoch eine Zeichen-Sprechstunde an, in der er den Teilnehmern bei der Umsetzung ihrer eigenen Figuren und Zeichnungen half. „Wir hatten eine große Spanne von Anfängern bis Fortgeschrittenen. Am Mittwoch hatte ich nach einiger Zeit eine feste Kerngruppe, die immer vorbeikam. Bei der konnte ich dann wirklich Fortschritte sehen“, erzählt er und fügt hinzu „Für mich war es besonders wichtig, dass sie motiviert bleiben. Denn nichts ist schlimmer, als auf halber Strecke aufzugeben.“

Dranbleiben ist (nicht nur) beim Zeichnen besonders wichtig, weshalb der Master-Student den Teilnehmern auch Tipps für eine tägliche Zeichen-Routine mitgab. Gleichzeitig entwickelt er sich selbst auch weiter. So ist er Teil der ODC-Gruppe („Online Drawing Class“) von Michael Musal, in der Musal als Mentor fungiert. „Ich habe dort ein Projekt, meine eigene Novelle, an der wir gemeinsam in wöchentlichen Skype-Konferenzen arbeiten. Gleichzeitig findet eine Vernetzung mit anderen Personen statt, die ebenfalls teilnehmen“, beschreibt Jürß. Er bespricht mit Michael Musal einzeln die Projektpunkte, beispielsweise Storytelling, Characterdesign und die 3D-Einbindung. Das Projekt soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. „Die Story ist bereits fertig, gerade bin ich dabei die Seiten auszulegen und zu gestalten. Da habe ich schon etwa die Hälfte.“ Um was es thematisch geht, möchte Jürß aber noch nicht verraten.

Am Ende des Gesprächs wagt er dann einen Blick in die Zukunft: „Ich könnte mir sehr gut vorstellen nach dem Master als freier Illustrator selbstständig zu arbeiten, aber auch als Konzeptartist für Spiele und Serien zu arbeiten.“

 


Dieser Artikel ist der erste Beitrag der Rubrik „Mein Studium“. In dieser stellen Studierende ihren Studiengang mit Hilfe ihrer eigenen Interessen und ihrer damit verbundenen Kurswahl vor.

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