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Filme sehen – Filme machen

Medieninformatiker lernen von den Drehbüchern erfolgreicher Filmproduktionen

| Prof. Martin Kreyßig

Eine Woche im Sommersemester ist Projektwoche an der Hochschule Harz. Traditionell üben die Studierenden des 2. Semester Medieninformatik an zwei Tagen im Fach Audiovisuelle Gestaltung einen kurzen Film herzustellen. Vorlagen bilden Drehbücher von Filmen oder Serien, die den Studierenden eine gute Story bieten, eine spannende oder überraschende Szene, vor allem aber eine Umsetzung von der man lernen kann. Anschauung und Analyse sind in der Gestaltung mächtige Instrumente, lernt man doch besonders viel von erfolgreichen Produkten.

So haben die 34 Studierenden kurze Szenen aus Breaking Bad, Pulp Fiction, iBoy, Truman Show und Fight Club zum Vorbild genommen, um Regie und Kameratechnik, Licht und Ton zu üben, aber auch das Spiel der Darsteller sowie Zeit und Raum zu inszenieren. Dafür hatten sie einen guten Drehtag Zeit. Sie kämpften dabei mit wechselhaften Wetterbedingungen, grimmigen Hintergrundgeräuschen, Handlungsachsen und möglichen Anschlussfehlern. Alles ganz normal – oder nicht? In diesem Jahr war alles etwas anders, weil wir mit den neu angeschafften Sony Alpha 7 R / S drehen konnten. Das visuelle Ergebnis kann sich sehen lassen. Doch mit einem Vollbildsensor wachsen auch die Hürden, was z.B. die kurze Schärfentiefe betrifft, die noch mehr Geduld und Genauigkeit bei der Gestaltung der Einstellungen verlangt.

Tags darauf wurden die Szenen im AVID Media Composer an den ebenfalls frisch angeschafften Arbeitsplätzen – iMac und Mac Pro – geschnitten und die Tonspuren gemischt. Es wurden Titel animiert, Farben korrigiert und so die Einstellungen zueinander angepasst, damit ein visuelles Ganzes entsteht. Am Ende – manchmal erst spät in der Nacht – waren die Filme fertig und wurden am Donnerstag Vormittag im Studio gemeinsam angeschaut, beklatscht und besprochen. Sechs kurze Filme, die viel von den großen Vorbildern erzählen und deutlich machen, dass Filme machen ein kompliziertes Teamwork ist – aber erlernbar.

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