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Zettel’s Dank

Von einer Schleife um eine Bachelorarbeit

| Prof. Martin Kreyßig

Vor circa zwei Wochen sprach ich mit dem Kollegen Ackermann am Telefon und er erzählte mir vom kommenden Kolloquium des Studierenden der Medieninformatik Mathias Mielke. Der externe Gutachter käme dazu, er werde aus Hamburg anreisen. Ich fragte nach dem Namen, er sagte: Oppermann. Ich stutzte und fragte zurück, ob es sich bei dem externen Gutachter eventuell um Jochen Oppermann handelt, einen ehemaligen Studierenden, Diplom-Jahrgang 2003? Yes, Treffer.

Das ist eine seltene Geschichte, ich hoffe aber, in Zukunft wird sie sich häufiger wiederholen. Studierende aus unserem Bachelorstudiengang Medieninformatik bewerben sich bei Firmen um ein Praktikum oder Arbeitsplatz und arbeiten dort mit Ehemaligen, unseren Alumni zusammen. Ehemalige Studierende schreiben uns immer wieder an, weil sie Personal suchen, und wir helfen und vermitteln, wo es geht. Und wenn es dann klappt, auf der menschlichen wie auf der handwerklichen Seite und wenn aus der Zusammenarbeit zudem eine gelungene Abschlussarbeit entsteht – dann darf man das als besonderen Erfolg für alle Beteiligten werten. Und noch einmal mehr, wenn, wie in diesem Fall, Mathias Mielke bei Enteractive GmbH direkt in eine Festanstellung übernommen wird.

Umso mehr aber hat mich dieses Zusammentreffen gefreut, weil bei mir im Büro neben dem Fensterbrett seit Jahren ein vollkommen unscheinbarer Zettel herumlungert, dessen Schrift bleicher und blasser wird: Das Tageslicht macht ihm zu schaffen. Den Zettel drückte mir Jochen Oppermann am 19.03.2007 in die Hand. Nicht auf japanischem Büttenpapier verfasst oder als alter Rotwein getarnt, sondern ein schäbiger Zettel, dessen Ecken schneuzen, aus einem Block abgezogen mit Werbung für ein Medikament und auf der Rückseite mit einer Klebefläche, an der Staub haftet: „Mit Dank für ein phantastisches Studium! Herzlichst Ihr“.

Nachdem Mathias Mielke am vergangenen Mittwoch sein Kolloquium zum Thema „Optimierung und Konzeption von User Interfaces für Webapplikationen aktueller Smart-TV-Geräte“ erfolgreich bestanden hatte – Wir gratulieren ganz herzlich! – zeigte ich dem externen Gutachter der Firma Enteractive GmbH aus Hamburg Herrn Oppermann einen kleinen Zettel, den er mit vor acht Jahren in die Hand gedrückt hat … und dann sind wir Pizza essen gegangen.

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